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Selbständig, dann unbedingt eigenes Konto eröffnen!

Sie sind selbständig, dann brauchen Sie meiner Meinung nach unbedingt ein eigenes Konto!

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Ein Thema, was bei fast allen meiner Gründungsberatungen auftaucht, ist das Thema eigenes Konto als Selbständiger. Daher schreibe ich heute ein paar Worte dazu.

Als ich während meines Studiums nebenbei etwas auf Gewerbeschein gejobbt habe, hatte ich nur ein Konto. Darüber lief privates und eben auch geschäftliches. Als ich dann jedoch als Berater angefangen habe und nicht nur Einnahmen, sondern auch Ausgaben hatte und die ganzen Buchungen irgendwann auf einem Konto unübersichtlich wurden, war für mich klar, ich brauche ein separates Firmenkonto.

Die Vorteile von einem separaten Konto sind vielfältig. Anbei ein paar.

Vorteile: selbständig + eigenes Konto:

  • Sie sind schneller in Ihrer Buchhaltung, da Sie sich nicht durch Ihre privaten Zahlungen kämpfen müssen, sondern übersichtlich alle betrieblichen Zahlungen vor sich haben.
  • Wenn Sie Ihre Bank-Unterlagen dem Finanzamt oder Steuerberater übergeben, sehen diese ausschließlich Ihre betrieblichen Vorgänge. Ihre Privatsphäre bleibt geschützt. Vorerst.
  • Sie haben eine klare Trennung zwischen privaten und betrieblichen Zahlungen.
  • Mein Tipp: Wenn Sie selbständig sind, dann überweisen Sie sich jeden Monat ein fiktives Gehalt von Ihrem Geschäftskonto auf Ihr Privatkonto. So wissen Sie genau, wie viel Sie zum „leben“ monatlich zur Verfügung haben. Wenn Sie „hier und da mal“ Geld vom Firmenkonto abheben, wissen Sie nie genau, wie viel Sie privat entnehmen. Das mache ich auch so.
  • Die Planung Ihrer Liquidität auf betrieblicher Ebene wird vereinfacht, da Sie private Zahlungen außen vor lassen können.

Wenn Sie nun ein Firmen-Konto haben, sollten Sie versuchen, dass über das Konto möglichst alle betrieblich veranlassten Ein- und Auszahlungen laufen. Barzahlungen begleiche ich aus der privaten Geldbörse, aber die gängigen Zahlungen versuche ich über das Firmenkonto laufen zu lassen.

Was ist eigentlich ein Firmen-Konto:

Unter Firmenkonto ist ein Konto zu verstehen, über dass alle betrieblich veranlassten Zahlungen laufen. Sie sind als Einzelunternehmer (Gewebetreibender & Freiberufler) gesetzlich nicht dazu verpflichtet, ein Konto nur für Ihr Unternehmen zu eröffnen. Ich empfehle es trotzdem.

Banken unterscheiden grundsätzlich zwischen Privat- und Firmenkunden. Wenn Sie jedoch als Einzelunternehmer ein Konto eröffnen, sind Sie nicht selten noch im Privatkundenbereich anzusiedeln. Der Geschäftskundenbereich ist eher juristischen Personen (GmbH, AG, Stiftungen) vorbehalten. Geschäftskunden müssen auch meist tiefer in die Tasche greifen. Wenn Ihre Kunden beim Begleichen der Rechnung Ihren persönlichen Namen und nicht den Firmennamen verwenden, steht meiner Meinung nach der Verwendung eines offiziell Privatkunden vorbehaltenen Kontos nichts im Wege.

Worauf sollten Sie achten beim eigenen Konto:

Wenn Sie nun ein eigenes Konto eröffnen, gibt es ein paar Punkte zu beachten:

  • Welcher Bank vertrauen Sie Ihr Geld an? Heutzutage habe ich das Gefühl, dass die Gier nach Zinsen und Kosten-Sparen so groß ist, dass sich viele nicht mehr Fragen, womit Ihre Zinsen eigentlich verdient werden. Geld hat Macht. Und wenn ich es dem Falschen gebe, macht der damit eventuell „Unsinn“. Sie als Kunde haben Macht. Auch wenn vielleicht nicht so viel wie jemand, der viel mehr Geld hat als Sie. Aber Sie haben sie. Setzen Sie diese Macht bewusst ein und geben Sie Ihr Geld jemanden, der damit macht, wofür Sie auch gerade stehen. Meinen Vorschlag lesen Sie am Ende des Artikels.
  • Welche Kosten fallen mit dem Führen des Kontos an. Hier sollten Sie  beachten:
    • Kontoführungsgebühren (fallen monatlich an) – bei manchen Banken entfällt diese Gebühr ab einem gewissen Umsatz
    • Gebühren für Transaktionen
      • Kosten für Online-Buchung – bei vielen Banken kostenlos
      • Kosten für beleghafte Buchungen – es kommt also ein Beleg wie Überweisungsträger oder Scheck zum Einsatz
      • Kosten für Lastschriftverfahren, falls Sie solche einsetzen
    • Kosten für ec-Karte und Visa-Karte (bei einigen Banken im ersten Jahr kostenlos)
    • Kosten für Druck und Zusendung der Kontoauszüge – bei Direktbanken können Sie sich diesen meist konstenlos herunterladen
  • Welcher Kreditrahmen wird angeboten (Kontokorrent)
  • Wie sind die Zins-Konditionen
    • Welche Zinsen verlangt die Bank, wenn Sie einen Kontokorrent nutzen (umgangssprachlich: Ihr Konto überziehen)
    • Welche Zinsen zahlt die Bank für Ihr Geld, das Sie auf einem Tagesgeldkonto „zwischenparken“
    • Ab welchem Guthaben wird das Tagesgeldkonto verzinst (bei manchen Banken ab dem ersten €; bei manchen auch erst ab 5 oder 10 TEUR)
  • Welches Verhältnis haben Sie zur Bank. Wenn Sie bereits Ihr Privatkonto dort haben und Sie der Bank vertrauen, ist eine Eröffnung des Kontos dort naheliegend. Vor allem wenn Sie in naher Zukunft einen Kredit benötigen. Denn eine neue Bank kennt Sie noch nicht so gut und tut sich mit der Vergabe vielleicht etwas schwerer. Sind Sie privat allerdings oft am „Limit“, dann ist es wahrscheinlich nicht vor Vorteil, wenn die Bank sie kennt.
  • Wenn Sie unbedingt eine persönliche Beratung wollen, dann suchen Sie sich eine Bank vor Ort. Wenn Sie darauf verzichten können (ich habe dies bisher noch nie benötigt), dann schauen Sie auch nach einer Direktbank.
  • An wie vielen Geldautomaten können Sie mit Ihrer Karte Geld abheben? Sparkasse ist weit verbreitet. Daneben gibt es die Cash-Group: hier können Sie an allen Automaten der teilnehmenden Banken (9.000 in Deutschland) kostenlos Geld abheben. Dabei sind u.a. Postbank, Commerzbank, Deutsche Bank.

Meine Bank-Empfehlung: GLS-Bank

Ich habe mein Firmenkonto bei der GLS-Bank.

GLS-BankDen „klassischen“ Banken wollte ich irgendwann mein Geld nicht mehr zur Verfügung stellen, denn ich möchte nicht Zinsen „verdienen“, wenn dafür andere Menschen, Tiere oder die Umwelt leiden müssen. Bei der GLS-Bank habe ich das Gefühl, dass mein Geld Sinn stiftet. Die Bank ist übrigens schon auf Grund Ihrer Gesellschaftsform sehr interessant. Genossenschaft steht für mich gleichbedeutend mit Gemeinwohl. Daher bin ich nicht nur Kunde bei der Bank, sondern habe auch bei Zeiten einen Genossenschaftsanteil gezeichnet.

Die GLS Bank wurde 1974 gegründet und war die erste Bank, die nach sozial-ökologischen Grundsätzen arbeitet. Die Bank finanziert mehr als 11.000 Unternehmen und Projekte pro Jahr, die in Bereichen wie freie Schulen und Kindergärten, regenerative Energien, Behinderteneinrichtungen, Wohnen, nachhaltiges Bauen und Leben im Alter tätig sind. Nicht finanziert werden unter anderem Alkohol, Atomenergie, Embryonenforschung, grüne Gentechnik, Rüstung, Tabak, Kinderarbeit und Tierversuche. Als Teil der Unternehmensphilosophie sieht die Bank die Transparenz in ihrer Kreditvergabe. So werden alle an Unternehmen vergebenen Kredite in der Kundenzeitschrift „Der Bankspiegel“ veröffentlicht.

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