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Zufluss-Abfluss-Prinzip in der EÜR

In diesem Beitrag lernst Du das Zufluss-Abfluss-Prinzip und die 10-Tage-Regel in der Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) kennen.

Zufluss-Abfluss-Prinzip in der EÜR

Als Grundlage für die EÜR dienen Aufzeichnungen, in denen alle Einnahmen und Ausgaben eines Jahres erfasst und aufgegliedert werden.

Nach dem sogenannten „Zufluss-Abfluss-Prinzip“, auf dem die EÜR basiert, sind die Betriebseinnahmen in dem Wirtschaftsjahr anzusetzen, in dem sie eingegangen sind, und die Betriebsausgaben in dem Wirtschaftsjahr abzusetzen, in dem sie geleistet worden sind. Relevant ist also nur das Zahlungsdatum. Rechnungsdatum ist irrelevant. Dies ist der Normalfall.

Folgend ein paar Beispiele zur Veranschaulichung:

Beispiel 1

Ein Unternehmer bestellt im Februar 2017 Ware. Diese bezahlt er auch im Februar. Folge: Die Zahlung stellt eine Betriebsausgabe im Jahr 2017 dar.

Beispiel 2

Ein Unternehmer bestellt im Dezember 2016 Ware. Diese bezahlt er jedoch erst im Februar 2017. Folge: Die Zahlung stellt eine Betriebsausgabe im 2017 dar.

Beispiel 3

Ein Unternehmer erbringt im Januar 2017 eine Leistung, die der Kunde jedoch schon im November 2016 bezahlt hat. Folge: Die Zahlung stellt eine Betriebseinnahmen in 2016 dar.

Ausnahme: 10 Tage-Regel

Eine Ausnahme für das Zufluss-Abfluss-Prinzip ist die 10-Tage-Regel, die zum Jahreswechsel relevant wird.

Bei regelmäßig wiederkehrenden Einnahmen bzw. Ausgaben (wie bspw. Zinsen, Miete, Pacht) gilt für die EÜR das Jahr der wirtschaftlichen Zugehörigkeit und nicht das Jahr der Zahlung, wenn die Zahlung innerhalb von 10 Tagen vor oder nach Jahreswechsel erhalten bzw. geleistet wurde (§ 11 EStG).

Beispiel

Ein Unternehmer zahlt die Büromiete für Januar 2017 schon am 30.12.2016. Folgt man dem Zufluss-Abfluss-Prinzip, würde die Betriebsausgabe dem Jahr 2016 zugerechnet werden, da 2016 das Geld geflossen ist.

Jedoch greift hier die 10-Tage-Regel, da

  • der Zweck der Zahlung in 2017 liegt (wirtschaftliche Zugehörigkeit ist Miete für Januar 2017) und
  • die die Zahlung innerhalb der 10-Tage liegt.

Folge: Die Zahlung stellt eine Betriebsausgabe in 2017 dar.

Hätte der Unternehmer die Miete am 15. Dezember 2016 bezahlt, wäre es eine Betriebsausgabe in 2016, da es mehr als 10 Tage zum Jahreswechsel sind.

Steueroptimierung durch Ausnutzen des Zufluss-Abfluss-Prinzips

Wenn Du Deine Einnahmen und Auszahlungen zum Jahreswechsel vorziehst oder hinauszögerst, kannst Du dadurch das Betriebsergebnis, Dein zu versteuerndes Einkommen und Deine Einkommensteuer beeinflussen. Das Zufluss-Abfluss-Prinzip ermöglicht Dir also einen gewissen steuerlichen Handlungsspielraum, dadurch das Gewinne in diesem oder erst im nächsten Jahr versteuert werden.

Wie genau dies funktioniert, ob es sich lohnt und welche Maßnahmen Du ergreifen kannst, erkläre ich Dir im
Whitepaper: Steueroptimierung durch Gewinnverschiebung.

Keine Steuerberatung

Dieser Beitrag stellt lediglich meine Sicht der Dinge und keine Steuerberatung dar. Alle Angaben sind ohne Gewähr. Die Verwendung der Informationen erfolgt auf Deine eigene Gefahr. Bitte kontaktiere bei Unklarheiten das Finanzamt oder einen Steuerberater. Bitte berücksichtigte auch, dass sich im Steuerrecht durch Gesetzgebung und Rechtssprechung regelmäßig etwas ändert.

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