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Kfz in der EÜR – Privatvermögen

So werden Kfz, die zum Privatvermögen gehören, in der Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) mit der Kilometerpauschale berücksichtigt.

Den Bereich Kfz in der EÜR habe ich auf Grund seiner Komplexität in 3 Teile aufgeteilt:

Teil 2: Privatvermögen

Gehört Dein Kfz zum Privatvermögen oder hast Du kein Kfz, setzt Du für Dienstreisen Fahrtkosten für nicht zum Betriebsvermögen gehörende Fahrzeuge an (Zeile 62 – Kilometerpauschale oder anteilige, tatsächliche Aufwendungen). Dies erkläre ich in diesem Beitrag.

Unabhängig davon, ob Du ein Kfz hast oder es dem Privat- oder Betriebsvermögen zugeordnet wird, setzt Du die folgenden Ausgaben an, die ich in Kfz in der EÜR – Einstieg erläutere:

  • Ausgaben für Fahrten zwischen Wohnung und erster Betriebsstätte (Entfernungspauschale)
  • Ausgaben für Fortbewegung durch Dritte (ÖPNV, Taxi, Zug)

Dienstreisen

Eine Dienstreise ist grundsätzlich jede betrieblich veranlasste Fahrt, es sei denn es ist eine Fahrt zwischen Wohnung und erster Betriebsstätte.

Beispiele für Dienstreisen sind:

  • Fahrten zwecks Kundenbesuch
  • Fahrten zu Lieferanten, Geschäftsfreunden
  • Fahrten zu Weiterbildungen, Messen
  • Fahrten aus betrieblichen Gründen zum Finanzamt, dem Steuerberater oder zur Hausbank.

Dienstreisen in der Anlage EÜR

In der Anlage EÜR trägst Du Dienstreisen im Bereich Kraftfahrzeugkosten und andere Fahrtkosten unter Fahrtkosten für nicht zum Betriebsvermögen gehörende Fahrzeuge ein. In der Anlage EÜR 2016 geschieht dies in Zeile 62 (siehe Grafik).

Zur Zeile 62 steht in der Anleitung geschrieben:

Kosten für die betriebliche Nutzung eines privaten Kraftfahrzeuges können entweder pauschal mit 0,30 € je km oder mit den anteiligen tatsächlich entstandenen Aufwendungen angesetzt werden. Dagegen sind Aufwendungen für Fahrten zwischen Wohnung und erster Betriebsstätte in Höhe der Entfernungspauschale in Zeile 64 einzutragen.

Wie herauszulesen ist, kommen die zwei folgenden Möglichkeiten in Betracht:

  • Kilometerpauschale mit 0,30 € oder
  • anteilige, tatsächliche Aufwendungen

Kilometerpauschale

Bestandteil der Kilometerpauschale

Mit der Kilometerpauschale sind sämtliche üblicherweise mit dem Betrieb des Fahrzeugs verbundenen Aufwendungen abgegolten, also insbesondere Kraftfahrzeugsteuern, Versicherungsprämien, übliche Reparaturkosten, Aufwendungen für die Garage und die Zinsen für einen Kredit zur Anschaffung eines Pkw.

Nicht abgegolten sind jedoch die Aufwendungen, die ihrer Natur nach außergewöhnlich und nicht vorhersehbar sind. Insbesondere Unfallschäden (auf der beruflichen/betrieblichen Fahrt) und Aufwendungen infolge eines Fahrzeugdiebstahls sind abzugsfähig.

Höhe der Kilometerpauschale

Die Kilometerpauschale beträgt in Deutschland

  • bei Kraftwagen 0,30 €
  • bei Motorrädern und Motorrollern 0,20 €
  • die Kilometerpauschale für Fahrräder oder Mitnahme weiterer Personen ist zum 1. Januar 2014 entfallen.

Die Kilometerpauschale gilt für jeden gefahrenen Kilometer. Also Hinfahrt, Rückfahrt und Fahrten am Reiseziel.

Rechen-Beispiel

Wenn Du mit Deinem privaten PKW von Berlin nach Nürnberg (440 KM einfach Strecke) und zurück fährst, setzt Du dafür eine Pauschale in Höhe von 264 € (440*2*0,30) an. Diese 264 € stellen eine Betriebsausgabe dar und mindern Dein Betriebsergebnis und damit Deine zu zahlende Einkommensteuer.

Kilometerpauschale in der Praxis

Für Deine Buchhaltung kannst Du Dir eine Übersicht erstellen, aus der Datum, Zweck, zurückgelegte Kilometer und die ausgerechnete Betriebsausgabe hervorgeht.

Kilometerpauschale in meinen Excel-Vorlagen

In der Excel-Vorlage-EÜR, mit welcher Du Deine Buchhaltung im Alleingang bewältigst, ist unter anderem für die Kilometerpauschale bereits eine Übersicht vorbereitet.

In der Excel-Vorlage-Verpflegungsmehraufwendungen-Kilometerpauschale kannst Du Deine Kilometerpauschalen sowie Deine Verpflegungsmehraufwendungen erfassen.

Anteilige, tatsächliche Aufwendungen

Als Alternative zur Kilometerpauschale können für Dienstreisen auch die anteiligen, tatsächlichen Aufwendungen angesetzt werden. Dabei werden die Betriebsausgaben anhand der tatsächlichen Kosten pro KM ermittelt.

Diese Methode wird in meiner Excel-Vorlage-EÜR nicht berücksichtigt.

Rechenbeispiel:

Gesamtkosten pro Jahr: 5.000 €
Gesamt-Kilometer pro Jahr: 20.000 €

Tatsächl. Kosten pro KM = Gesamtkosten / Gesamt-KM
Tatsächl. Kosten pro KM = 5.000 € / 20.000 KM
Tatsächl. Kosten pro KM = 0,25 € / KM

Gefahrene KM für Dienstreise Berlin – Nürnberg: 440 KM einfache Strecke

Kosten für Dienstreise = Kosten / KM * gefahrene KM
Kosten für Dienstreise = 0,25 € / KM * 440 KM * 2
Kosten für Dienstreise = 0,25 € / KM * 440 KM * 2
Kosten für Dienstreise = 220 €

In der Praxis

Für Deine Buchhaltung kannst Du Dir eine Übersicht erstellen, aus der Datum, Zweck, zurückgelegte Kilometer und die ausgerechnete Betriebsausgabe hervorgeht.

Im Gegensatz zur Kilometerpauschale musst Du alle Aufwendungen für das Jahr ermitteln. Vergiss neben den laufenden Ausgaben nicht die Abschreibung, die für das Fahrzeug evtl. noch absetzbar sind. Ebenfalls musst Du die Gesamt-Kilometer (privat und betrieblich) ermitteln.

Kilometerpauschale oder tatsächliche Aufwendungen

In den 2 Beispielen habe ich die selbe Strecke unterstellt. Mit der Kilometerpauschale (30 Cent pro KM) können Betriebsausgaben in Höhe von 264 € angesetzt werden. Mit den tatsächlichen Kosten (25 Cent pro KM) nur 220 €. Mit der Kilometerpauschale fällt der Gewinn also geringer aus und entsprechend muss weniger Einkommensteuer gezahlt werden.

Die tatsächlichen, anteiligen Kosten können bei einem hochpreisigen Kfz mit hohen Abschreibungen und teuren Reparaturen schnell die 30 Cent pro KM übersteigen und die bessere Wahl sein.

Bei nur leichtem Überschreiten der 30 Cent solltest Du darüber nachdenken, trotzdem die Kilometerpauschale zu nutzen, da sie leichter in der Buchhaltung zu erfassen ist und Du Dich mit ein paar EUR Einkommensteuer von dieser Last „freikaufen“ kannst.

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Keine Steuerberatung

Dieser Beitrag stellt lediglich meine Sicht der Dinge und keine Steuerberatung dar. Alle Angaben sind ohne Gewähr. Die Verwendung der Informationen erfolgt auf Deine eigene Gefahr. Bitte kontaktiere bei Unklarheiten das Finanzamt oder einen Steuerberater. Bitte berücksichtigte auch, dass sich im Steuerrecht durch Gesetzgebung und Rechtssprechung regelmäßig etwas ändert.

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